Caryophyllales > Polygonaceae > Rumex obtusifolius ssp. transiens

Mittlerer Stumpfblättriger Ampfer

(Rumex obtusifolius ssp. transiens)

VII — X Home Fettwiesen, Ackerränder, Waldschläge
60 — 120 cm indigen DD
Habitus
Synonym: Rumex obtusifolius f. pseudoagrestis. Hemikryptophyt, coll-sa. Die Spreite der unteren Blätter ist am Grund herzförmig, keines der Blätter schmeckt sauer. Der Blütenstand trägt in der oberen Hälfte keine Laub- oder Hochblätter. Alle inneren Perigonblätter weisen eine deutliche Schwiele auf, sie sind gezähnt und weisen deutliche Nerven auf. Die längsten Zähne sind so breit wie die halbe Perigonblattbreite. Die dünnen Blütenstiele sind bis zu 2,5x so lang wie das Perigon. Die Blütenstiele sind im unteren Drittel gegliedert. Düngungszeiger (Lit). Die Unterart kommt in allen österreichischen Bundesländern außer Vorarlberg und Kärnten vor (Lit). Weltweite Verbreitung und Gefährdung siehe Royal Botanic Gardens KEW.
 
Blätter
 
 
Knäuel
Aufnahmen: 23.06.2020 Pucking

Wikipedia

Aus der Flora von Oberösterreich 1876

"439. R. obtusifolius. L. (Stumpfblättriger A.)
Wurzelstock in spindelige Aeste getheilt, mehrköpfig, aussen braun, innen gelb; Stengel aufrecht, 1,5—4' hoch, ästig, mit aufrecht-abstehenden Aesten, gefurcht und wie die ganze Pflanze kahl und grasgrün, oder sammt Aesten, Blatt- und Perigonstielen und Adern blutroth gefärbt. Blätter wellig oder ausgebissen - gekerbt, stengelständig, lanzettlich, spitz, grundständige eiförmig oder länglich, die zuerst kommenden an der Basis herzförmig, vorne abgerundet oder stumpf, die späteren an der Basis abgerundet oder in den Blattstiel zulaufend, spitzlich, bei 1' Länge 3 — 8" breit. Blüthen in stengel- und astständigen Scheinquirlen kurzgestielt; Scheinquirle genähert, nur die oberen nackt, gedrungene, beblätterte Trauben und diese eine reichblüthige, zusammengezogene Rispe bildend. Fruchtklappen 1 — 2''' lang, länger als breit, oder an der Basis so breit, als lang, 3eckig, oder 3eckiglänglich, netzaderig, beiderseits 1 — 9zähnig, mit mehr minder vorgezogener, ganzrandiger Spitze, stumpf, in der Regel jede der 3 Fruchtklappen eine Schwiele tragend, Zähne sehr ungleich, pfriemlich oder 3eckig, manchmal verwischt. Durch die viel breiteren Blätter und die oberwärts blattlosen Trauben von beiden Vorigen verschieden. Die Wurzeln dieser Art, sowie des R. crispus und nemorosus sind unter dem Namen Radix Lapathi acuti eines dem Rhabarbarin ähnlichen Bitterstoffes (Lupathin) halber offizinell, und werden in Abkochung wider veraltete Aussätze, Grind, Flechte, Krätze vom Landvolke angewendet (Grindwurzeln), überdiess enthalten sie Gerbestoff.
Juli — Aug.


Aendert ab:

  • α cristatus. Neilr. (R. crist. Wallr. — R. pratensis M. e. K. — R. oxylapathum Hayne. — R. obtusifolius flor. dan.) Fruchtklappen 3eckig, oft herzförmig, an der Basis so breit als lang, gross, 2''' lang, vom Grunde bis über die Mitte beiderseits 3 — 9-zahnig, Zähne 3eckig oder pfriemlich, Spitze der Fruchtklappen ganzrandig, stumpf - 3eckig. Wurzelblätter mehr länglich, 1' lang, 3 — 4" breit, länger, schmäler und spitzlicher als bei var. β und γ. Blüthenstand reich und gedrungen.
  • β agrestis. Fries. (R. obtusifolius Curt. fl. lond.) Fruchtklappen 3eckig - eiförmig, länger als breit, gross, 2''' lang, vom Grunde bis über die Mitte beiderseits 3 — 5 zahnig, Zähne 3eckig oder pfriemlich, länger und feiner als bei var. α. Spitze der Fruchtklappen ganzrandig, länglich, stumpf. Wurzelblätter mehr eiförmig, breiter, bei 1' L änge, 6 — 8" breit, die ersten stumpf, die späteren spitzlich. Blüthenstand minder gedrungen.
  • γ microcarpus. Döll. rhein. fl. (R. sylvestris Wallr. R. maximus Döll. non Schreb.) Fruchtklappen 3eckig - länglich, länger als breit, über 1''' lang, fast 1''' breit, somit doppelt kleiner als bei var. α und β, beiderseits nur 1—3 zahnig, Zähne kurz -3eckig, oft verwischt, Fruchtklappen dann nur ausgeschweift oder ganzrandig, mit einzelnen deutlich gezahnten vermischt; Spitze der Fruchtklappen ganzrandig, länglich, stumpf; Wurzelblätter herzeiförmig, breiter und kürzer als an var. β, die ersten abgerundet, die späteren spitzlich. An Grösse und Stärke den var. α und β gleich oder selbe übertreffend, nur durch die Kleinheit der Fruchtperigone verschieden.

NB. Kömmt R. obtusifolius in einer dieser Formen mit blutrothen Stengeln, Aesten, Blatt- und Perigonstielen und Adern, dabei oft mit blutiggefleckten Wurzelblättern oder ganz purpurn überlaufen vor, so bildet er den R. obtusifolius discolor Sturm.
Juli— Aug.

Auf Wiesen, an Wegen, Dörfern, besonders an der Südseite von Wohnungen, an buschigen Bachufern, Gräben. α , β, γ allenthalben im Gebiete sehr gemein, ohne Unterschied der Bodenart. Hier und da als Unkraut auf Aeckern, z. B. um Kirchdorf, in Strassengräben bei Klaus. Die var. discolor sehr zerstreut und vereinzelt auf humusreicherem Boden, um Dörfer und Bauernhöfe der Mühlkreisberge auf Granitboden. Um Kirchschlag nächst der Kirche und Badhaus, in der Glasau, zu Hellmonsödt, Reichenau, Windhaag, Rechberg, Zellhof kömmt R. obtusifolius ausschliesslich in der Form microcarpus discolor, und zwar vorzüglich an der schattigen Südseite der Gebäude vor."

Aus: Duftschmid, J.: Die Flora von Oberösterreich, II. Band (Seite 378), Linz 1876, Verlag Ebenhöchsche Buchhandlung.
Zum Ortsverzeichnis einiger bei Duftschmid angegebenen Standorte

 

 Letzte Bearbeitung 04.02.2026

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